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Von der Schule auf die Uni

Diese Gegenüberstellung gibt es in dieser Art erst seit einigen Jahren und viele „ältere Semester“ wären laut eigenen Aussagen dankbar dafür gewesen einen solchen Crash-Kurs zu erhalten, der ihnen den Einstieg erleichtern hätte können. Also in diesem Sinne, nicht abschrecken lassen, sondern die wichtigsten Informationen aufsammeln!

Allgemein zu bedenken

Schule: Eine Klasse besteht aus ca. 30 Schülern, alle kennen sich per Namen und haben zu 99% dieselben Unterrichtsfächer gemeinsam zu absolvieren. Lehrpersonen haben zwar mehrere Klassen und auch oft mehr als 100 Schüler, begleiten diese jedoch meist über mehrer Jahre und kennen vielleicht nicht nur die Namen, sondern auch die einzelnen Stärken und Schwächen ihrer Schüler_innen.

Universität: Die Summe der Studierenden für eine bestimmte Studienrichtung pro Semester kann aus fünf aber auch aus 350 Personen bestehen. Lehrveranstaltungen, die im Studienplan mehrer Studienrichtungen vorkommen, werden oftmals zusammen abgehalten, es können also schon einmal 600 Personen dieselbe Lehrveranstaltung besuchen. Ein Professor bzw. eine Professorin unterrichtet nicht nur eine Vorlesung, sondern betreut z.B. nebenbei zwei weitere Übungen und hält ein Seminar, damit kann sich die Anzahl der von ihm zu betreuenden Studierenden schon einmal auf über 700 summieren. Namen bzw. weitere Details aus dem Gedächtnis zu wissen ist damit also fast ein Ding der Unmöglichkeit und kann auch nicht erwartet werden.

 

Unterrichtszeiten

Schule: In Schulen gibt es normalerweise einen für das ganze Halbjahr fixen Stundenplan, der sich von Montag bis Freitag erstreckt, der Tag also um bspw. 8:00 Uhr startet, um dann um ca. 15:00 Uhr sein Ende zu finden.

Universität: Lehrveranstaltungen können sich über den ganzen Tag von ca. 8:00 bis 21:00 verteilen, Pausen zwischen verschiedenen von dir belegten Lehrveranstaltungen eines Tages von mehrerer Stunden sind nichts Ungewöhnliches und es kann durchaus vorkommen, dass du Mittwochs von 8:15 bis 9.15 Uhr eine Vorlesung hast und erst um 16:00 Uhr deine nächste Lehrveranstaltung beginnt. Während des Semesters kann es ebenso vorkommen, dass eine Lehrveranstaltung, die zuerst immer montags stattgefunden hat, nun donnerstags zu einer anderen Zeit stattfindet. Auch können sowohl Prüfungen als auch Vorlesungen am Wochenende stattfinden, wobei dies jedoch eher den Ausnahmefall darstellt.

 

Lehrveranstaltungen Winter-/Sommersemester

Schule: In der Schule wird der Stoff chronologisch abgehandelt, somit baut jedes neue Halbjahr auf dem zuvor unterrichteten Stoff auf. Die Reihenfolge ist damit fix vorgegeben und du hast nicht die Möglichkeit, den Stoff aus der zweiten in der vierten Klasse zu absolvieren.

Universität: Lehrveranstaltungen finden entweder im Sommer- oder im Wintersemester statt. Der Stoff des Sommersemester baut zumeist auf den Grundlagen des vorangehenden Wintersemesters auf.
Versäumst du es, dich für eine Lehrveranstaltung mit immanentem Prüfungscharakter anzumelden, oder kannst du diese nicht positiv bestehen, so musst du bis zum nächsten Semester warten, um diese abermals absolvieren zu können.


Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit, Lehrveranstaltungen vorzuziehen, d. h. eine Vorlesung aus dem fünften Semester bereits im dritten Semester zu belegen, dabei sind jedoch zusätzlich zum dazu benötigten Vorwissen etwaige Vorraussetzungen zu beachten. Wende dich bitte entweder an deine Studienvertretung oder an das Studienberatungsreferat der HTU, wo dir die Details genauestens erklären werden.

 

Benotung

Schule: Benotung, sowohl durch Hausübungen, mündliche Prüfungen, Zwischen- und Abschlussklausuren zu fixen Terminen, die du wahrnehmen musst.

Universität:
1. Variante: Vorlesungen
Für Vorlesungen stehen dir innerhalb eines gesamten Studienjahres mindestens 6 verschiedene Termine zur Verfügung, zu denen du dich entscheiden kannst zur Prüfung anzutreten.
2. Variante: Lehrveranstaltungen mit immanentem Prüfungscharakter
Die Benotung erfolgt wie aus der Schule bereits bekannt, durch Hausübungen und/oder Zwischenprüfungen o.Ä.


Anwesenheitspflicht

Schule: Nach einer bestimmten Summe an Fehlstunden werden üblicherweise entweder zuerst du oder deine Eltern kontaktiert. Überschreitet diese Summe eine bestimmte Grenze tritt der Fall auf, dass das ganze Halbjahr als nicht bewertet eingetragen werden kann und du für kein Fach eine Benotung erhältst.

Universität:
Variante 1: Vorlesungen
Vorlesungen (VO) sind jene Lehrveranstaltungstypen, bei denen es dir im Normalfall freigestellt ist, ob du sie besuchen willst oder nicht, es herrscht hier keine Anwesenheitspflicht, solange nicht offiziell anders angekündigt.
Variante 2: Lehrveranstaltungen mit immanentem Prüfungscharakter (alle anderen: UE, KU, VU, SE, ...)

Für diese Arten der Lehrveranstaltungen gilt Anwesenheitspflicht, solange nichts Gegenteiliges vom vortragenden Lehrenden angekündigt wurde.

Konsequenzen: Fehlst du bei einer Lehrveranstaltung mit immanentem Prüfungscharakter eine bestimmte Anzahl an Terminen, so hat der Professor die Möglichkeit dich von dieser Lehrveranstaltung auszuschließen und dir eine negative Note zu geben. Auch ein einziges unentschuldigtes Fehlen, also ohne Verständigung des Vortragenden im Vorfeld oder zumindest im Nachhinein, kann diese Konsequenz nach sich ziehen (ein Kater nach einem langen Wochenende zählt übrigens nicht zu entschuldigtem Fehlen).

 

Leistungskontrolle

Schule: Im Normalfall wirst du in der Schule von deinen Lehrerinnen bzw. Lehrern darauf hingewiesen, wann es für dein Bestehen kritisch aussieht aufgrund von nicht abgegebenen Hausaufgaben oder anderweitiger nicht genügender Leistungen. Oft kannst du auch durch Nachprüfungen oder Zusatzarbeiten noch eine positive Note erlangen.

Universität: Du bist selbst dafür verantwortlich, den Überblick über deine Leistungen zu behalten. Wenn du eine Hausübung nicht abgeben solltest, wirst du nicht darauf hingewiesen, dass dies nun ein „Nicht genügend“ zur Folge hat oder haben könnte, auch wird dir im Normalfall keine Terminverlängerung o. Ä. gewährt. Nachprüfungen in diesem Sinne sind die Ausnahme. Zur Möglichkeit der Wiederholung siehe zuvor.


Elternsprechtage / Einsicht der Eltern in den Studienfortschritt

Schule: Halbjährlich oder jährliche fixe Termine, zu denen sich die Eltern ein Bild darüber machen können, wie du mit dem Stoff zurechtkommst, plus die zusätzliche Möglichkeit, gesondert Gespräche zu vereinbaren.

Universität: Weder fixe, noch vereinbare Termine zu denen andere Personen, auch nicht Eltern, Einblick in deinen Studienfortschritt erhalten. Alle deine Prüfungsergebnisse sind nur für dich persönlich einsehbar, du kannst zwar natürlich diese an deine Angehörigen weitergeben, ohne deine explizite Einwilligung werden jedoch keine Informationen preisgegeben.

 

Kommunikation Lehrende-Studierende

Schule: Oftmals vor oder nach den Stunden unangemeldet zu lösen oder zu fixen Sprechstunden.

Universität: Drei Möglichkeiten, die bevorzugte Reihung bzw. Alternativen werden vom jeweiligen Professor meist am Beginn des Semesters bekannt gegeben.

1. E-Mail
Eines, wenn nicht das für dich in deiner Studienzeit wichtigste Medium, auch wenn vielleicht die Frage nicht alleine per E-Mail geklärt werden kann, so kann zumindest ein Termin für ein persönliches Gespräch vereinbart werden. Im Büro eines/-r Vortragenden einfach spontan vorbeizuschauen, wenn nicht gerade Sprechstunde ist oder er es angeboten hat, ist weder die feine Art, noch kannst du dir sicher sein, ihn/sie auch wirklich anzutreffen. Um beiden Seiten Zeit und Nerven zu sparen, deshalb einfach vorher eine  Zeit vereinbaren, die euch beiden passt.

2. Sprechstunden
Vor allem bei Unklarheiten zum Stoff und dabei vor allem bei Prüfungen, solltest du dich auf keinen Fall davor scheuen einen Sprechstundentermin bei dem/der jeweiligen Vortragenden wahrzunehmen.

3. Newsgroup
Zu vielen Lehrveranstaltungen an der TU Graz gibt es eine eigene Newsgroup, Infos unter news.tugraz.at, in der sich Studierende gegenseitig Fragen beantworten oder auch der Professor bzw. die Professorin mitliest und Hilfestellung gibt.

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